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Die Kirche in Gottes Hand

Zdjęcie: Marek Borawski/ Nasz Dziennik

Komm Heiliger Geist

Wtorek, 12 lutego 2013 (18:24)

Papst Benedikt XVI hat am Montag seinen Rücktritt angekündet. Sein Pontifikat soll am 28. Februar enden. Danach wird Konklave einberufen um den neuen Nachfolger des heiligen Petrus zu wählen. Das beihnahe achtjährige Pontifikat des so hervorragenden Papstes bleibt für immer eine große Gabe für die Kirche. 

 

Die Entscheidung des Heiligen Vaters hat alle schockiert. Am Nachmittag haben sich gerührte Pilger auf dem Petersplatz gesammelt. Die Information, dass der Papst abdanken will, ging schnell von Mund zu Mund. Das teilte Benedikt XVI. überraschend während eines öffentlichen Konsistoriums in Rom mit: „Im Bewusstsein des Ernstes dieses Aktes erkläre ich daher mit voller Freiheit, auf das Amt des Bischofs von Rom, des Nachfolgers Petri, das mir durch die Hand der Kardinäle am 19. April 2005 anvertraut wurde, zu verzichten, so dass ab dem 28. Februar 2013, um 20.00 Uhr, der Bischofssitz von Rom, der Stuhl des heiligen Petrus, vakant sein wird und von denen, in deren Zuständigkeit es fällt, das Konklave zur Wahl des neuen Papstes zusammengerufen werden muss.“ So die Worte des Heiligen Vaters gegenüber dem Kardinalskollegium.

 

Es muss etwas sehr Wichtiges passieren, dass der Papst solche Entscheidung getroffen hat, sagte Kardinal Stanisław Nagy aus Krakau. Die Abdankung des Papstes sei ein sehr seltenes Ereignis in der Kirchengeschichte, fügte er hinzu. Zweifellos hat der Rücktritt des Papstes eine apostolische Bedeutung. Die ganze Kirche muss daraus Schlüsse ziehen. Selbst der Heilige Vater hat gestern darauf aufmerksam gemacht, als er sagte, dass die heutige Welt schnellen Veränderungen unterworfen ist und durch Themen, die für unseren Glauben wichtig sind, berührt wird. Benedikt XVI. kam zu dem Schluss, dass man heute das Steuer der Kirche dem Heiligen Geist übergeben muss. Der Heilige Geist wird die Kardinäle auf den nächsten Papst hinweisen, der neue Kräfte vom Himmel erhält. In dieser Hinsicht zeugt die Entscheidung des Papstes von seiner großen Demut, Verantwortung und Liebe zur Kirche.  

 

Wir haben in diesem Papst einen ungewöhnlichen und hervorragenden Menschen gesehen, betont Erzbischof Józef Michalik, Vorsitzender der Polnischen Bischofskonferenz. Ferner macht Michalik darauf aufmerksam, dass die Entscheidung des Heiligen Vaters zeigt, wie wichtig und schwierig dieses Amt sei. Das Pontifikat von Benedikt XVI. weise eine große Zahl von Angriffen gegen den Papst auf, andererseits habe Benedikt seine Mission als Lehrer konsequent realisiert in einer Welt, die nicht nur Gottes- sondern auch das Naturgesetz ablehne. Benedikt XVI. hat immer ein entschiedenes Nein zum zeitgenössischen Heidentum, zur moralischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Unordnung gesagt, die zur Weltkrise geführt habe. Er hat auch immer den Menschen – sein Leben und seine Würde verteidigt.

 

So wichtig,  wie die Entscheidung des Heiligen Vaters für das Leben der Kirche sei, so groß solle auch unser Gebet für den Papst und die Kirche sein, meint Pfr. Prof. Waldemar Chrostowski. Auf die Motive dieser Entscheidung weisen die Worte des Papstes und die Umstände des Tages hin, an dem sie angekündigt wurden. Benedikt XVI. machte auf sein fortgeschrittenes Alter (im April wird er 86) aufmerksam, aufgrund dessen ihm inzwischen die Kraft fehle, um dieses Amt gehörig zu bekleiden. Vielsagend sei es auch, dass am Montag den Weltkrankentag in der Kirche begangen wurde. Die zentralen Feierlichkeiten fanden im Marienheiligtum Altötting in Bayern statt, also in den heimatlichen Gefilden von Benedikt XVI. Und eben auf die angeschlagene Gesundheit seines jüngeren Bruders, als Ursache seiner Rücktrittsentscheidung, weist auch Pfr. Georg Ratzinger hin.

Wir vergessen nicht die Worte von Papst Benedikt XVI., die er gleich nach seiner Wahl zum Heiligen Vater auf dem Balkon der Peterskirche gesprochen hat: ”Nach dem großen Papst Johannes Paul II. haben die Kardinäle mich gewählt, einen einfachen und bescheidenen Arbeiter im Weinberg des Herrn.“ Das sagt sehr viel über den Heiligen Vater, der trotz seines Arbeitseifers, trotz der Frische des theologischen Denkens und des Reichtums der Apostellehre ein demutsvoller und bescheidener Mensch blieb. Das hat er jetzt mit seiner Entscheidung bestätigt. Nach Johannes Paul II. hat Benedikt XVI. die Kirche mit Bedenken und Weisheit geführt, was auf seine intellektuelle Begabungen und seinen tiefen Glauben zurückgeführt ist. Ich danke dem Heiligen Vater für seine Bemühungen, die Kirche im Geist der Treue zu unserem Meister aus Nazareth zu erneuern, betont Kardinal Stanisław Dziwisz, Erzbischof von Krakau.

 

Vatikansprecher Frederico Lombardi hat am Montag mitgeteilt, dass Benedikt XVI. sich nach seinem Rücktritt in den päpstlichen Sommersitz Castel Gandolfo und danach in ein Kloster in Vatikan zurückziehen wird. Er wird auch nicht am nächsten Konklave teilnehmen, wo sein Nachfolger gewählt wird. Es soll noch im März stattfinden.

Sławomir Jagodziński

Aktualizacja 8 lipca 2013 (11:45)

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